Der "Heidenstein"in Schwörstadt

Im Gewann "Rebhalde"; ehemals Niederschwörstadt steht auf dem schmalen Band der Niederterrasse direkt unterhalb der steil abfallenden Südabdachung des Dinkelberges der sogenannte Heidenstein. Die leicht vorübergeneigte trapezförmige Muschelkalktafel mit einem ovalen "Seelenloch" im oberen Drittel ist der letzte Rest eines steinzeitlichen Großsteingrabes.

Noch zu Beginn des 19.Jahrhunderts waren die Seitenwände, die Rückwand und die mächtige Deckplatte erhalten. Das seinerzeit im Volksmund "Heidentempel" genannte Grab lag in einem Rebgelände und wurde als Rebhäuschen genutzt. Nach Auflassen der Weinberge wurden leider die aus rotem Sandstein bestehenden Seitenwände und die rückwärtige Abschlussplatte zerschlagen und das Material beim Straßenbau verwendet. Die Deckplatte holte sich der Schmied, um sie als Schleifstein zu verwenden. Nur die Frontplatte mit der auffallenden Öffnung, dem ehemaligen Einstieg in das Grab, galt wohl als nicht geheuer und blieb deshalb erhalten. Grabungen, die 1922 und 1926 durchgeführt wurden, konnten einen trapezförmigen Grundriss der Anlage nachweisen mit einer Länge von 3,00 m und einer Breite von vorne 2,60 m und hinten 2,30 m. Obwohl das Innere des Grabes stark gestört war, ließen sich noch 19 menschliche Bestattungen feststellen.

Die Grabbeigaben, u.a. eine Dolchklinge aus Feuerstein und durchbohrte Tierzähne, sind heute im Museum in Bad Säckingen ausgestellt. Sie datieren die Grabanlage in die zweite Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr.

1934 schenkte der Freiherr von Schönau das Grundstück auf dem der Heidenstein steht, dem Land, damit dieses einmalige Geschichtsdenkmal der Nachwelt erhalten bleibt. 1951 wurden Grundstück und Heidenstein als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung in das Denkmalbuch eingetragen. 1995/96 wurde die Anlage vom Staatlichen Hoch- und Universitätsbauamt Konstanz, Außenstelle Schopfheim, neu gestaltet und mit erläuternden Informationstafeln versehen.

Dr. Dehn, Landesdenkmalamt

 

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